Tanzen – Den Körper sortieren

Hand auf einem Felsen / Hand on a rock

Ein Wochenende tanzen. Ein Wochenende den Körper Geschichten erzählen lassen. Der Körper, mein Körper, nimmt immer Informationen auf und speichert sie. Die meisten kann ich nicht bewußt abrufen. Sie geben mir allerdings wichtige Hinweise über mich und meine Sicht auf die Dinge, die um mich herum passieren, die mich beschäftigen. Sie geben mir Hinweise darauf, wer ich bin, wie ich bin.

Ich denke viel. Mein Geist ist ständig am Laufen, in Dauerbetrieb. Mein Körper darf diesem Denken im meinem Alltag nicht folgen. In der Regel ist das so. Ich würde viele seltsame Blicke auf mich ziehen auch wenn es manchmal verlockend scheint, einfach dem Körper zu folgen. Im Tanzraum darf ich meinem Körper folgen. Ich darf ihm lauschen, staunen, mich wundern, was er alles weiß, und mit welcher Freude und Lebenslust und Leichtigkeit er so vieles preisgeben mag. Am Ende es Tanzwochenendes sind mein Geist und mein Körper in Balance, mein Körper durfte erzählen, der Geist folgen. So sortiert sich alles in mir. Ich fühle mich klar und wach.

Was berührt mich jedes Mal wieder? Die Körper, jeder einzelne Körper und wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Sie bewegen sich, geben Ausdruck für innere Prozesse in all ihrer Vielfalt. Hier geht es nicht um Schönheit an erster Stelle, eine Ästhetik im klassischen Sinne. Und doch entwickelt sind mit jeder Bewegung, jedem Drehen der Arme, dem Schwung der Beine, dem Strecken auf dem Boden eine so unglaublich tiefe Schönheit des Seins. Wir sind. Ich bin.

Gestalttanz mit Christine Kühnen www.gestalttanz.de

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